Einojuhani Rautavaara (geb.1928)

Einojuhani Rautavaara (* 9. Oktober 1928 in Helsinki) ist ein finnischer Komponist.

Er studierte Komposition an der Jean-Sibelius-Akademie Helsinki ab 1953 bei Aarre Merikanto und graduierte 1957. Ferner studierte er in Wien 1955 und an der Juilliard School of Music, in New York, bei Vincent Persichetti, am Tanglewood Music Center bei Roger Sessions und Aaron Copland in den Jahren 1955 und 1956. 1957 folgte ein Privatstudium bei Wladimir Vogel in Ascona und 1958 an der Rheinischen Musikhochschule in Köln bei Rudolf Petzold.

Nach diversen Engagements als Lehrer an der Jean-Sibelius-Akademie, beim Philharmonischen Orchester in Helsinki als Bibliothekar und Archivist und als Rektor am Käpylä Music Institute in Helsinki wurde er 1976 zum Professor für Komposition an die Jean-Sibelius-Akademie berufen und wirkte dort bis 1990.

Berühmt wurde Rautavaara u.a. durch sein Werk Cantus Arcticus 1972. Der Komponist verband hier Klänge arktischer Vögel, die aufgenommen und vom Komponisten elektronisch bearbeitet wurden mit einem kantablen, atmosphärischen Orchesterklang.

Für sein kompositorisches Schaffen erhielt er zahlreiche in- und ausländische Auszeichnungen und Preise, u. a. 1965 den Wihuri-Sibelius-Preis.

9.10.1928   geboren in Helsinki (Finnland), der Vater und mehrere Familienmitglieder waren Opernsänger. Besuch des Gymnasiums in Helsinki.
1948-1952   Kompositionsstudium an der Sibelius Akademie Helsinki bei A. Merikanto und Musikwissenschaft an der Universität.
1953   Mit "A Requiem in Our Time" beteiligt sich Rautavaara an einem Kompositions-Wettbewerb in Cincinnati, bei dem er ausgezeichnet wird.
Ein Stipendium der Koussevitzkiy-Foundation ist die Folge.
1955-1956   Stipendium und Besuch der Juilliard School of Music in New York, dort Unterricht bei Vincent Persichetti und Aaron Copland.
1956   Entstehung der Klaviersuite "The Icons", Komposition der neoklassizistischen ersten Sinfonie.
1957   Privatstunden in Zwölftonmusik bei Vladimir Vogel in Ascona, Entstehung der zweiten Sinfonie in Zwölftontechnik.
1958   Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik, Köln, bei Prof. Petzold, Kompostition des 2. Streichquartetts
1959   Vollendung des Liederzyklus‘ "Die Liebenden".
1961   Fertigstellung der dritten Sinfonie, die sich musikalisch auf die Sinfonien Bruckners bezieht.
1962   Kompositions der vierten Sinfonie.
1965-1966   Direktor der Käpyla Music School, Helsinki.
1966   Unterricht in Musiktheorie an der Sibelius Akademie.
1969   Kompostion des ersten Klavierkonzerts.
1970   Kompostion der zweiten Klaviersonate "The Fire Sermon" nach einem Gedicht von t. S. Eliot.
1972   Komplettierung des Konzerts für Vögel und Orchester "cantus arcticus" mit Bandzuspielungen von arktischen Vogellauten.
1973   Vollendung des Flötenkonzerts.
1976-1990   Professor für Komposition an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Kalevi Aho ist sein bedeutendster Schüler.
1978   Der erste der "Engel"-Zyklen "Angels and Visitations" entsteht.
1986-87  
Entstehung der Oper "Vincent" über den Maler Vincent van Gogh. 1986 zog Rautavaara seine 1964 vollendete vierte Sinfonie zurück und ersetzte sie durch die "Arabescata2 von 1963.
1997   UA der Oper "Alexis Kivi" bei den Opernfestspielen von Savonlinna zum 80jährigen Bestehen der Republik Finnland. Der Name der Oper erinnert an den ersten Nationaldichter Finnlands.
19.09.2003   UA der neuesten Oper von Einojuhani Rautavaara Rasputin an der Finnischen Oper in Helsinki. Matti Salminen singt die Titelpartie des russischen Wandermönchs und Wunderheilers, der einen unheilvollen Einfluß auf die Politik des letzten russischen Zaren nahm und in einer Verschwörung von seinen politischen Gegnern ermordet wurde. Jorma Hynninen singt die Rolle des Zaren Nikolaus II., Lilli Paasikivi verkörpert die Zarin Alexandra. Mikko Frank leitet die Uraufführung, deren Libretto auf dem Buch über Rasputin von Edvardd Radzinsky zurückgeht, Regie führt Vilppu Kiljunen.

 


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